Personen

Heinrich Christian Philipp Küster – Töpfermeister

Datum: 1925
Fotograf: Albert Linnemann, Dresden
Inhaber: Sammlung Keramik.um

Bild aus Tecklenburgs Heimatkalender von 1925 im Beitrag von Dr. Wilhelm Peßler „Heimatliche Töpferei“

Im Ortsfamilienbuch für Fredelsloh lässt sich die Reihe der Töpfermeister und Töpfer schnell in Eintragungen über Heinrich (*1854 + 1931), Wilhelm Georg Friedrich (*1817 +1862), Andreas Christoph (*? + 1807) und Johann Philipp (*1793 + 1862) zurückverfolgen. Davor ist die Reihenfolge nicht ganz klar erkenntlich, aber Töpfer mit dem Nachnamen Küster reichen bis 1625 zurück.

In einem Artikel der HNA vom 17.5.1979 wird Heinrich als letzter Gildemeister bezeichnet, in Prozessakten wird erwähnt, dass er als Gildemeister für die Verteilung der Zinsen aus der Ablösung der Holzrechte am 1.1.1913 an die Töpfer je nach Anzahl der durchgeführten Brände zuständig sei (Wegner 2013). 1895 gehört er im Adressbuch zu den nur 6 Töpfereien in Fredelsloh. Zunächst wurde Gebrauchsgeschirr, produziert, aber auch einfallsreiche Formen mit teils plastischem Dekor und landwirtschaftlichen Figuren. 1912 begann die Herstellung von unglasierten Blumentöpfen und Schalen aller Größen und Formate. Der Ton wurde von Hand in einzelnen „Tonlöchern“ gegraben und auf der fußbetriebenen Töpferscheibe gedreht, in einem Ofen mit Holzfeuerung und gepressten Holzkohlebriketts glatt oxidierend mit offener Flammführung gebrannt. Der Ofen war ein liegender, schräg nach unten geneigter, gemauerter Holzofen mit hohem Schornstein. 1945 nimmt Heinrich Küster nach Auskunft seiner Urenkelin die erste elektrische Töpferscheibe in der Deichstraße in Betrieb.

Heinrich Küster hat mit seiner Frau Auguste, geb. Henze (*1862 + 1931) drei Söhne, von denen zwei im 1. Weltkrieg fallen und eine Tochter Auguste, die schon im Alter von 28 Jahren an einem Tumor verstirbt. Der jüngste Sohn Otto (*1900 + 1976) übernimmt den väterlichen Betrieb.

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